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 [CharBio & Geschichte] Jaelryn Rilyn'tar

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BeitragThema: [CharBio & Geschichte] Jaelryn Rilyn'tar   So Sep 29 2013, 12:21

Jaelryn Rilynt'tar

Herkunft  Ched Nasad  
Rasse  Drow  
Klasse  Trickser Schurke  

Aussehen

Alter  ~120 Jahre  
Größe  5 Fuß  
Gewicht  57 kg  
Haarfarbe  weiß  
Hautfarbe  Obsidianfarben  
Augenfarbe  nicht erkennbar, da rot unterlaufen  
Besonderheiten  rote Tätowierungen um die Augen: Das Mal der Ausgestoßenen.  
Gesinnung  unbekannt  

Jaelryn trägt schlichte, lederne Kleidung die viel von ihrer Haut verdeckt. Das Leder ist schlicht und pragmatisch gehalten, ohne große Zier oder Auffälligkeiten. Das Gesicht ist oft im Halbschatten ihrer Kapuze verdeckt.


Um den Hals trägt sie ein Amulett mit dem Zeichen des Mondes, ebenso am linken Handgelenk, um das ein Armband mit silbernem Anhänger baumelt, beides Zeichen von Correllon.

Biografie

Als Ched Nasad wärend des Angriffs der Duergar durch Brandbomben zerstört wurde, war Jaelryn noch ein Kind. An die ursprüngliche Pracht der Stadt der Schimmernden Netze, die wie ein nach unten zeigender Zylinder mit verschiedenen Ebenen geformt waren und deren Gebäude aus dicken steinernen Spinnennetzsträngen bestanden, erinnert sie sich nur noch undeutlich. Jaelryn ist die fünfte Tochter einer der Schwestern der Mutter Oberin Ulviirala. Damit gehörte sie zum Adelszweig des Hauses und hätte in der Arach Tinilith die Ausbildung zur Priesterin von Lolth absolvieren sollen, doch es kam anders. Als das Gestein rings um sie zu bersten begann und die ersten Gesteinsbrocken fielen, lösten sich auch die dicken Spinnennetzstränge der Gebäude. Jaelryn hatte mehr Glück als Verstand, dass sie sich zu dem Zeitpunkt außerhalb des Gebäudes aufhielt und es schaffte, in einen der Nebentunnel zu flüchten, als die Netzstränge zerstört wurden und die Netze, Gebäude, ja, all das, was sich innerhalb des "Zylinders" aus steinernen Spinnennetzen befand, nach unten stürzte. Viele der Drowhäuser wurden zerstört und auch Oberin Ulviirala fiel während der Zerstörung. Die Jaezred Chaulssin - eine Gruppe von Drachen, die sich in humanoide Form verwandeln konnten, übernahm die Führung der Stadt und Jaelryn kannte sie nur in ihrer Drow-Form: Großvater Mauzzkyl, Vater Zammzt und Vater Tomphael.

Da nur wenige Drow des Hauses Rilynt'tar überlebt hatten, hatte Jaelryn Glück, dass einer der Hauslehrer überlebt hatte und er ihre Ausbildung übernahm. So lernte sie von ihm die Kunst des Kampfes und - da die Nachwirkungen der Zerstörung Ched Nasads immer wieder neue Machtkämpfe hervorrief - auch in die Kunst der Assassinen. So wurde Jaelryn zu einer Velg'larn (Attentäterin) ausgebildet. Es gab nur wenige Tage und Wochen, in denen sie ungestört von Angriffen ihrer Ausbildung nachgehen konnte. In Ched Nasad herrschte ein fast fortwährender Kriegszustand. Zwerge, Beholder, Phaerimm und sogar einige niedere Dämonen (Fiends) griffen immer wieder an, sodass - zusätzlich zu den sonstigen Machtkämpfen - Jaelryn jeden Tag aufs Neue ums Überleben kämpfen musste.

Jaelryn schaffte es, trotz allem ihren 100sten Geburtstag in den Ruinen von Ched Nasad zu erleben und bekam sogar einige Aufträge von den Jaezred Chaulssin, einige aufstrebende Drow, die sich zu sehr an der Macht vergreifen wollten, zu "beseitigen".

Vor rund zehn Jahren begab es sich, dass sie mit ihrem nächsten "Ziel", einigen Wachen und Arbeitern rund drei Tagesmärsche von Ched Nassad, um weitere zerstörte Tunnel freizugraben, auf einen Trupp Zwerge stießen. Ob sie sich verirrt hatten oder was genau sie in den Tiefen des Unterreichs gesucht haben, blieb unklar. Jedoch führte einer von ihnen ein Buch mit sich, das Jaelryns Aufmerksamkeit weckte. Anfangs fand sie nur das lederne Einband hübsch, das mit einigen Schmuck-Symbolen verziert war. Später jedoch tat es ihr der Inhalt an. Im Buch gab es Zeichnungen von Landschaften auf der Oberfläche. Wälder... Flüsse, Seen. Sie sah Elfen abgebildet und - was sie am meisten erstaunte - einen Drow. Er war mit den Insignien des Hauses Melarn abgebildet - eines Drow-Hauses aus Ched Nasad. Und das Bild zeigte ihn an der Oberfläche.

Sicher, irgendwann wollten sie die Oberfläche von ihren verhassten Vettern wieder zurück erobern. Aber was - bei Lolth - hatte dieser Drow in einem Buch eines Zwerges verloren? Der Gedanke ließ sie nicht los - aber er brachte ihr auch kein Glück. Die Diener der Jaezred Chaulssin fanden - über einen dummen Zufall - das Buch bei ihr und verstießen sie, angeblich wegen Hochverrats an der Stadt. Nur durch Zuspruch von Vater Zammzt wurde das Todesurteil in ein Verstoß abgemildet. Man zeichnete sie mit dem Mal der Ausgestoßenen, rote Tätowierungen ober- und unterhalb der Augen, sodass jeder, der ihr ins Gesicht blicken würde, erkannte, dass sie nun vogelfrei war. Jaelryn wusste, dass das Buch im Grunde nur eine Ausrede war. Vielleicht hatte sie mit ihren Taten irgendwann einmal jemanden zu sehr verärgert - und dieser jemand ergriff nun die Gelegenheit, sie loszuwerden, ohne dass man sie tötete.

Mit nicht mehr als ihren beiden Dolchen und der Kleidung, die sie am Leibe trug, wurde sie an die Grenzen von Ched Nasad begleitet und war nun auf sich allein gestellt. Das Bild des Drow an der Oberfläche aus dem Buch jedoch hatte sich ihr ins Gedächtnis gebrannt und sie wollte herausfinden, was es damit auf sich hatte. Also begann sie den Aufstieg an die Oberfläche.

Das Sonnenlicht brannte in den Augen und selbst bei Nacht konnte sie anfangs nur mit zusammengekniffenen Augen sehen, als sie auf den Ausläufern der Greypeak Mountains an die Oberfläche gelangte. Sie folgte in den nächsten Jahren den Ufern des Loagrann nach Westen zur Küste, bis sie schließlich vor rund einem Jahr in die Nähe von Waterdeep kam. Mittlerweile hatte sie herausgefunden, was das Bild des Drow zu bedeuten hatte. Es war Q'alryn Melarn, der mit einigen anderen den Fluch des Wedonai gebrochen hatte. Es gab nun "Dunkelelfen", sie sogar mit und zwischen den anderen Völkern leben konnten. Doch was auch immer er angestellt hatte, bei ihr, Jaelryn, hatte sich nichts verändert. Das direkte Sonnenlicht trieb ihr noch immer Tränen in die Augen, deren Pupillen sich durch die permanente Überbeanspruchung zu einem ungesunden Dauerrot verfärbt hatten.

Anfangs erkundete sie die Stadt Waterdeep nur Nachts im Verborgenen. Sie konnte sich nicht mehr in eine Kugel von Schatten hüllen, so, wie sie es noch in der Unterwelt hatte machen können und auch ihr Feenfeuer, das einzige, was ihr an "magischen" Kräften geblieben war, war recht nutzlos aber sie verstand sich dennoch, unentdeckt zu bleiben. Und tatsächlich, in der Stadt lebten wirklich eine Handvoll Dunkelelfen, sodass sie schließlich wagte, vor rund fünf Monaten, sich das erste Mal öffentlich zu zeigen. Sie hatte Glück. Die anderen hatten die Lanze schon gebrochen und sie selber hielt man auch mehr für eine jener Dunkelelfen, als wirklich für eine Drow und damit für eine Bedrohung. Sie lebte mehr schlecht als recht auf der Straße und überlebte von Münzen und Dingen, die sie stahl. Zu der hiesigen Unterwelt bauten sich zwar spärliche Kontakte auf, aber irgendwie war Waterdeep nichts für sie.

Als sie von der Stadt Neverwinter hörte, die gerade im Umbruch war und wo es hieß, dass man sich bei den "Aufräumarbeiten" einige Münzen verdienen konnte, setzte sie zur Überfahrt an. Die Reise bezahlte sie mit Gold, das sie anderen durch einfachen Taschendiebstahl gestohlen hatte.

Und hier war sie nun... in Neverwinter.
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BeitragThema: Re: [CharBio & Geschichte] Jaelryn Rilyn'tar   So Sep 29 2013, 12:21

((Sämtliche Informationen hier sind Meta-Informationen und dienen lediglich dem besseren OOC-Char-Verständnis.))
Viel war in den letzten Tagen und Wochen passiert. Ich hockte auf einem der Dächer und mein Blick schweifte über die noch belebten Schatten. Hier, im Schatten des Schornsteins, sah mich niemand.
Neverwinter... man hat mich zwar nicht mit offenen Armen begrüßt, aber meine ersten Begegnungen mit hiesigen Bewohnern verliefen immerhin ohne Kampf ab. Durch meine Kleidung und mein Auftreten galt ich wohl als Dunkelelf für sie. Sollten sie in dem Glauben bleiben! Es war mir unwichtig geworden, als was ich bezeichnet werde. Wichtig ist nur, dass ich mir selber treu bleibe und überlebe. Ich war pragmatisch geworden in meiner Zeit auf der Oberfläche. Und doch, selbst über zehn Jahre nach meiner ersten Nacht auf der Oberfläche, war ich jetzt wieder in das Netz der Intrigen der großen Spinne geraten.
Gleich am ersten Tag begegnete ich Tahira Xeribulon, einer Drow. Sie passte genausowenig wie ich in diese Umgebung, hatte aber gelernt, eine Maske zu tragen - oder vielmehr mehrere. Sie bot mir gleich eine Unterkunft an und eine Art "Zusammenarbeit". Sie lehnte die Spinne ab und scheint ein Kind der Nacht zu sein. Ich habe viele dieser Dogmen in Waterdeep im Untergrund gehört, aber es überraschte mich, dass Tahira so offen über ihren Glauben sprach und mir vieles an Informationen offenbarte. Sie hoffte, in mir eine Verbündete zu finden für ihre Pläne. Da ich neu in der Stadt war, willigte ich ein, ihre Schülerin zu werden, da sie sich als ranghöher ausgab. Ob das stimmte, oder nicht, war mir egal. Je weniger sie über mich und meine Fähigkeiten wusste, umso besser. Ich berichtete nur rudimentär über den Grund meines Verstoßes und über meinen Weg hier her, verschwieg aber meine genaue Herkunft und mein Haus. Das war nicht relevant für sie und es war für mich schlichtweg pragmatischer. Je weniger genau wussten, wer ich war, umso weniger Probleme würde ich dadurch bekommen. Es reichte, dass man mir dank des verfluchten Mals um die Augen ansah, dass ich eine Ausgestoßene war. Andererseits konnte ich mich damit immer als Dunkelelfe ausgeben.
Und so kam es auch, dass sie mich noch am gleichen Tag Ael'lon vorstellte, der sich meine Augen ansah. Zwar konnte ich mittlerweile besser sehen, aber das Licht schmerzte dennoch, selbst jetzt nach über zehn Jahren. Meine Augen wirkten entzündet und Tahira bat Ael'lon, einen Priester des Correlon, mir zu helfen, was dieser auch tat. Was auch immer er mit meinen Augen anstellte, es half. Zwar hatte ich die nachfolgenden Tage ziemliche Schmerzen, aber danach sah ich bei Tag so gut wie bei Nacht, auch wenn meine Augen blutunterlaufen blieben.
Tahira erzählte mir in diesen Tagen vieles, versorgte mich mit Wissen, während ich eher schweigsam die Informationen in mich aufnahm.

Schon bald wusste ich über unzählige Liebschaften und Techtelmechtel der Söldnertruppe bescheid, der sich Tahira angeschlossen hatte. Es war immer gut zu wissen, wo Verflechtungen bestanden und wo (oder wofür) jemand eine Schwäche besaß.
Am achten Tag nach meiner Ankunft lernte ich Tir'nesis kennen, Tahiras kleine Schwester, die sie hier aufgestöbert hatte. Ihre Schwester sprach von einer ... nun ja... liebevollen Zusammenführung der Familie und wollte Tahira wieder zurück bringen. Eine so dreiste, offenkundige Lüge habe ich selten erlebt. Plump... ungehobelt. Sie war noch sehr jung und das war das einzige, was ich hier zugute hielt. Meine Worte reizten sie und sie riss das Hirschgeweih über dem Bett ab und versuchte, mich anzugreifen. Ich hätte sie dreimal in der Zeit töten können, wo sie mir den Rücken zu drehte, und drei weitere Male danach. Aber ich wollte es mir nicht mit Tahira verscherzen. Sollte sie entscheiden, was sie mit ihrer Schwester tun würde. Ich überwältigte Tir'nesis, fesselte sie und übergab sie Tahira dann als Präsent, als diese - mit einer weiteren Drow im Schlepptau - zurück kehrte.

Diese Drow, May'vyrae, war eine Yathrin aus dem Hause Baenre. Tahira schien der Hausname nichts zu sagen, mir schon. Selbst in Ches Nasad wusste man um die Hierarchien in Menzoberrazan. Sie war amüsiert über das Präsent und aufgrund des ... "diplomatischen" Geschicks durch Tahira nahm May'vyrae uns in ihre Dienste als Leibwachen auf und ich wurde zur ihrer Maid. Ich sollte ihr beim Kleiden helfen, Baden, den alltäglichen Dingen, durfte aber auch die Fallen ihres Herrenhauses überprüfen und instand halten.
Halte deine Freunde nah, aber deine Feinde noch näher... Was auch immer sie plante, ich würde es mitbekommen. Die Fallen im Haus waren ausgeklügelt, aber schon bald kannte ich jede einzelne von ihnen, wusste, wie man sie auslöste, manipulieren konnte oder sie geschickt umging. Es war leichtsinnig, einer Fremde ohne größere Prüfung so eine Verantwortung zu übertragen. Natürlich war es eine Sünde, auch nur darüber nachzudenken, eine Yathrin umzubringen. Aber in einem hatte Tahira recht. Lolth war recht weit weg, ich hatte an meinen eigenen, magischen Fähigkeiten gespürt, wie machtlos sie hier auf der Oberfläche war, und selbst wenn May'vyrae Loth Kräfte anrufen konnte... so viele Gelegenheiten, wie sie mir bot, sie zu töten, und so achtlos wie sie war, stellte sie für mich keine Gefahr dar. Sollte auch sie in dem Glauben bleiben, ich wäre ihr treu ergeben und eine gute Dienerin und Leibwache. Ich war pragmatisch und in einem Herrenhaus mit einigen anderen Bediensteten zu wohnen, war ein Luxus. Ich bekam ein eigenes Zimmer, hatte ein eigenes Bett (und keines mehr, das ich mir teilen musste). Ich bekam gute Mahlzeiten und - was noch wichtiger war - Informationen.

May'vyrae schien nicht ganz freiwillig hier an der Oberfläche zu sein und war daher auf unsere "Mithilfe" angewiesen. Natürlich war es keine Bitte - und natürlich konnte man diese "Bitte" nicht ablehnen, aber wir alle wussten, wie die Lage wirklich aussah. Sie wollte irgendwelche Relikte in ihre Hände bekommen. Und wir sollten ihr dabei helfen. - Nur dass Tir'nesis, die Tahira hatte leben lassen, nichts besseres zu tun hatte, als bei falschen Leuten fallen zu lassen, wir wären Drow und Anhänger der Spinne.
Bevor diese Information in die ungünstigsten Kreise floß, beschloss Tahira, den ersten Schritt zu tun. Ich sollte mich bei Ael'lon reumütig zu erkennen geben und Besserung geloben. Und falls er auf die Idee käme, mich mittels seiner klerikalen Fähigkeiten zu prüfen, würde mich May'vyrae mit Hilfe eines entsprechenden Rituals "vorbereiten", so dass meine wahren Absichten für jedermann verborgen wären. Ich muss selbst jetzt noch schmunzeln. Meine "wahren" Absichten... Sie wissen nichts über mich. Keines - oder nun ja... nur sehr wenige meiner Worte sind Lüge. Es erwartet schlichtweg niemand von mir, dass ich die Wahrheit sage. Ich wähle meine Worte immer mit Bedacht und einige Dinge müssen schlichtweg nicht erwähnt werden. Ich halte mich bedeckt und bin für alle das, was sie in mir sehen wollen. Dadurch behalte ich die Zügel in der Hand und stehe in hinterer Reihe. Sollen sie ihre Intrigen- und Machtspielchen durchführen. Ich bin ihnen einen Schritt voraus - und es stört mich nicht. Ich will nur überleben und hier an der Oberfläche ist Pragmatismus wichtiger, als falsche Ehre und Stolz.

Natürlich habe ich auch hier zugestimmt. Das Ritual war durchaus schmerzhaft. Selbst wenn Lolth May'vyrae wohlgesonnen ist, glaube ich nicht, dass ich in ihrer Gunst noch gut dastehe. Allerdings bin ich wohl auch nicht wichtig genug. Ich habe die Verbannung bekommen und es gleicht einem Todesurteil auf Zeit. Nur dass ich bislang jeder Klinge von der Schneide gesprungen bin. Das Ritual war von Erfolg gekrönt.
Also ging ich mit Tahira zu Ael'lon und gab mich als ehemalige Spinne aus, entschuldigte mich für meine Lüge, eine Correlon-Anhängerin zu sein (sonst hätte er meine Augen nicht ohne weiteres behandelt) und überzeugte ihn wohl davon, dass ich durchaus Interesse an seiner Gottheit hätte, da ich um die Schändlichkeiten der Taten der Spinne wisse. Ich war wohl so überzeugend, dass er auf eine Prüfung verzichtete. Auch für ihn war ich das, was er in mir sehen wollte - ohne auch nur Lügen zu müssen. Auch stimmte er zu, dass ich mich den Söldnern anschließen könne. Aber ich solle mich dazu bei jemanden Namens Dorn melden.

Tahira war beeindruckt und wir berichteten der Yathrin später von allem. Das brachte die Yathrin auf den Plan, mir von der Goldelfe zu erzählen, einer kriegerischen Streiterin für Correlon, die sich auf der Suche nach jenen Relikten, hinter denen auch May'vyrae her war, befand. Das sollte meine nächste Herausforderung sein, mir das Vertrauen der Goldelfe zu verschaffen und Informationen zu sammeln.
Das Treffen fand tatsächlich einige Tage später statt. Sie behielt ihre Skepsis zwar, aber akzeptierte mich als "Schülerin". Scheinbar war mein unüblicher Vorstoß und das Angebot, wenn sie auch nur Zweifel an mir haben solle, sie mich jetzt und hier töten dürfe und solle, so überraschend gekommen, dass ich sie damit überrumpelt hatte. Welche "Drow" würde etwas derartiges auch schon seinem Feind anbieten?
Aber unübliche Umgebungen erfordern unübliches Verhalten. Sie wollte mit mir zu Ursprüngen ihres Volkes reisen, sowie einigen klerikalen Stätten, wo ich meinen Glauben beweisen könnte.

DAS war in der Tat ein Problem. Ich konnte bei einer derartigen Prüfung weder Lügen - noch die Wahrheit sagen. Selbst, wenn ich nur einen Teil preis gab, würde es ein Problem geben. Also musste ich wie ein leeres Gefäß werden, bereit, gefüllt zu werden, ein Gefäß ohne Herkunft, ohne eigene Füllung. Es gab durchaus Wege, dies zu erreichen. Aber ich hatte sie noch nie beschritten, nur von ihnen gehört... Aber ich würde das Risiko eingehen müssen, auch wenn es mir nicht gefiel.
Als ich später jedoch der Yathrin davon berichtete, sprach sie abermals von einem - oder vielmehr mehreren vorbereitenden Ritualen, die sie mit mir durchgehen und durchführen wolle und die mir helfen sollten, jene Prüfungen zu bestehen.
Die vermeindliche Spinne, die zu einer vermeindlichen Correlon-Anhängerin wird oder vermeindlich nur so tut. Das Spiel der Götter ist grausam, aber ich wusste, dass ich nur eine Spielfigur war. Vielleicht wichtig genug in irgendeinem Schachzug, aber unwichtig, um die Figur - eine von vielen - näher zu betrachten. Wenn man mich schwarz anmalte, würde ich schwarz sein. Malte man mich weiß an, war ich weiß. Aber der Kern... zu dem würde niemand dringen. Nicht so schnell.
Wenn sie mich foltern würden... nun, ich besaß darin einige Erfahrungen. Auf beiden Seiten. Die Narben an meinem Rücken und meinen Beinen sprachen davon. Der Schmerz... er war ein vertrauter Bekannter, aber es gab noch immer das süße Vergessen. Und wenn es misslingen und ich doch sterben sollte... dann würde es so sein. Doch bis dahin, hoffte ich, würden noch einige Jahrhunderte ins Land gehen. Ich wollte überleben. Und das tat man am besten, in dem man sich anpasste.

Und nun war eine weitere Spielfigur auf dem Brett erschienen. Eletha, eine Halb-Drow, die die dunkle Seite ihrer Familie kennen lernen wollte und gar einen "Besuch" im Unterreich plante. Sie war jämmerlich. Sie würde es dort keine drei Tage überleben. Und doch schaffte sie es in ihrer unbedarften Art - als sie auf die Yathrin trat - diese zur Weißglut zu reizen. Es war offensichtlich, dass Tahira und ich für May'vyrae in gewisser Weise "arbeiteten". Und genau das schien Tahira und der Yathrin später aufgegangen zu sein, als sie Eletha darüber um Stillschweigen baten, im Gegenzug dafür, dass ihr später ein Besuch im Unterreich dank entsprechender Beziehungen gewährt werden würde.
Offiziell war die Yathrin nun auf der Oberfläche, um mehr Informationen über das marodierende Haus Xorrlarin herauszufinden und diesen Aktivitäten entgegen zu wirken. Welch löbliches Unterfangen! Aber selbst ein taubstummer Blinder mit Krückstock hätte die Falschheit ihrer notgedrungenen Lüge erkannt.
Als Eletha mich in den Minuten, in denen wir alleine im Zimmer waren, gefragt hatte, warum ich all das tun würde, war meine einzige Antwort gewesen: "Weil es einen Zweck hat und Vorteile bietet" - Ich war nicht näher darauf eingegangen, aber ich denke, ich konnte ihr das Gefühl vermitteln, dass in all den Wirren für sie, ich eine "einschätzbare" Größe bin, die wohl "irgendwie" auf ihrer Seite steht. Das wenige, was ich von Tahira über sie wusste, war gering. Mein eigenes Bild... nun, war unvollständig. Als Halbblut war sie nicht besser als die anderen Oberflächen-Bewohner. Und sie war ein williges Opfer in dem sich aufspannenden Netz der Intrigen.
Vielleicht war es an der Zeit, dass ich auch an einigen Fäden zog... Aber vorerst würde ich abwarten, beobachten und das sein, was immer man in mir sah.

Ich erhob mich von dem Dach, blickte kurz zum rauchenden und warmen Schornstein, gegen den ich mich gelehnt hatte, und glitt dann die Schieferziegel entlang zum flachen Bereich, sprang und rollte mich in den Schatten des nächsten Daches ab. Tiefe Dunkelheit umgab mich. Niemand sah mich. Ich lächelte...
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BeitragThema: Re: [CharBio & Geschichte] Jaelryn Rilyn'tar   So Sep 29 2013, 12:21

Die Reise war immer wieder verschoben worden. Dafür standen andere Dinge im Vordergrund. Ich wollte Kontakte zu dieser Söldnergruppierung knüpfen, mich unter sie mischen. Aber noch ehe ich mein Vorhaben in die Tat umsetzen konnte, traf ich auf Schattenfuchs, einen mysteriösen Menschen aus Luskan. Er lud mich auch sogleich auf ein Getränk ein und ich schmeichelte ihm immer wieder, versuchte mehr heraus zu finden und mich schlicht in der Konversation mit Oberflächlern zu üben. Er sprang auf mich an, aber verschwand dann, als er uns einige Taschenspielertricks vorführen wollte. Er machte sich nicht nur einfach aus dem Staub... er war von einer Sekunde auf die andere schlichtweg nicht mehr da. Und das machte ihn wirklich interessant. Unterdess war noch ein Kleriker des Sune dazu gekommen, Till hieß er. Ich wusste nicht viel über die anderen Götter, heuchelte Interesse und erfuhr so ein wenig mehr. Er war wohl ein Diener einer Gottheit, die für körperliche Liebe stand. Unter anderem. Und diese Gottheit war bei den anderen Leuten relativ anerkannt. Er könnte mir ein passendes Alibi verschaffen, dachte ich. Meine -gute- Seite betonen. Eine "richtige" Drow würde sich auf so jemanden nie im Leben einlassen. Es war zwar ein sehr abstoßender Gedanke, immerhin war er ein Mann ... aber es war eine Möglichkeit. Ich ging zum Schein näher auf ihn ein und als Schattenfuchs wiederkam... nun, man spürte die Eifersucht förmlich. Insbesondere als Till mir die "sunitische Begrüßung" zeigte... einen Kuss. Er hatte mich damit überrascht und nur zu gerne hätte ich ihn wegen dieser unaufgeforderten Berührung schlichtweg umgebracht. Aber ich riss mich zusammen. Schattenfuchs machte sich daran, mehr oder minder wütend und enttäuscht über den Kleriker (und wohl auch mich), das Gasthaus zu verlassen.

Ich folgte ihm und schaffte es auch, ihn zu besänftigen. Wir sprachen noch eine Weile und er erzählte mir recht viel über sich, unter anderem, dass er mit den Schatten tanzen würde... und es daher in der Taverne geschafft habe, einfach so zu verschwinden. Ich fragte ihn, ob er der dunklen Maid folgen würde, was er so leugnete. Er würde nur sich selber folgen. Ich glaubte ihm nicht. Aber es spielte im Grunde keine Rolle. Ich würde es irgendwann erfahren, so oder so - und er versprach mir, dass er mir den Schattentanz versuchen würde, beizubringen. Er fragte nicht einmal, wieso...

Ich berichtete später den anderen Drow darüber und erfuhr, dass ein Mann namens Wolf nach einer Gruppe suchte, die uns umbringen sollte. Tahira plante einige Dinge und ich ... ebenso. Ich traf mich am nächsten Abend wieder mit Schattenfuchs, der mir derweil auch seinen richtigen Namen verraten hatte und "schüttete" ihm mein "Herz" aus. Ich berichtete von Wolf und dessen Vorhaben, und dass ich quasi nur aus Angst davor, umgebracht zu werden, versuchen wollte, alles zu tun, damit man mir Glauben schenkte, dass ich doch eigentlich eine nette Person war und ich daher auch Till nur dafür hatte einspannen wollte. Ich brachte sogar einige Tränen zustande und es muss ein recht eindrucksvolles Spektakel gewesen sein. Er schien mir zu glauben und versprach mir, mir zu helfen. Aber er müsse auch noch über einige Dinge nachdenken, zumal er wohl selber noch einige Verfolger aus seiner Heimatstadt hier angetroffen habe. Ich sicherte ihm meine Hilfe zu, falls er sie benötigen würde und ließ ihn alleine.

Tir'nesis war mittlerweile zu May'vyrae übergelaufen und folgte ihr in blindem Gehorsam, damit sie sie in einigen magischen Dingen unterrichten könne. Ich bezweifelte, ob eine Klerikerin der Lolth Tir'nesis etwas über Magie würde beibringen können, aber wie auch immer... sie würde damit bei den inneren Plänen von Tahira außen vor bleiben.

Es waren so viele Ebenen, die mittlerweile in dem Netz an Intrigen gesponnen wurden, dass ich mich fast wieder "heimisch" fühlte. Nur dass es die Oberfläche war. Ich musste aufpassen, aber bislang sah es gut aus.
Schattenfuchs willigte ebenso auch ein, ein Gespräch mit Tahira zu suchen... dieser Wolf würde sich noch wundern. Und... Tahira hatte einen Auftrag für uns an Land gezogen. Wir sollten Gorunsha helfen, einer Halb-Orkin, deren Freundin oder Schwester von den Orcs im Turmviertel gefangen genommen wurde. Wir sollten einige Informationen besorgen. Als Tahira mir den Plan erörterte, konnte ich ihre angefangenen Sätze beenden. Wir dachten ähnlich, auch wenn sich unsere Motivation unterschied. Also war es beschlossene Sache, dass wir den Orcs im Turmviertel einen kleinen Besuch abstatten würden...
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BeitragThema: Re: [CharBio & Geschichte] Jaelryn Rilyn'tar   So Sep 29 2013, 12:22

Ich habe eine kleine Halbling kennengelernt. Elsa. Sie hätte mir am liebsten die Klinge in mein Herz gestoßen. Sie mochte mich nicht und drückte das in jedem ihrer gemeinen Scherze aus. Ich ging nicht darauf ein, verhielt mich freundlich und analysierte ihr Verhalten. Sicher, irgendwann würde irgendjemand sie für ihr Mundwerk auf ziemlich bestialische Art und Weise einer gerechten Strafe zuführen... Aber vorerst schien sie beliebt zu sein und es würde schwer werden, ihr Vertrauen zu erlangen. Aber wenn die Sache mit den Orcs erfolgreich lief, und Gorunsha ein wenig Vertrauen zu uns fasste, würde sicherlich auch irgendwann die Halblingsdame anfangen, an ihren Vorurteilen zu zweifeln.

Auf jedenfall war es eine gute Übung, die ganzen Vorurteile kennen zu lernen.
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BeitragThema: Re: [CharBio & Geschichte] Jaelryn Rilyn'tar   Mo Okt 14 2013, 12:35

Ich habe Tir'nesis neulich in der Treibholz-Taverne getroffen. Wir haben Neuigkeiten ausgetauscht. May'vyrae scheint verschollen zu sein. Auch sie wusste nicht, wohin die Yathrin gegangen ist und ob sie nicht den Intrigen der Spinne zum Opfer gefallen ist. Die Dienerschaft im Hause führt die Tagesgeschäfte weiter und auch ohne May'vyraes Anwesenheit habe ich dort eine Unterkunft und finde Essen, auch wenn ich auf meinen Lohn warte.
Eine Zofe und Leibwache ohne denjenigen, den es zu betüddeln und zu bewachen gilt, ist eine schlechte Zofe und Leibwache.
Wie auch immer, die Zeit konnte ich anderweitig nutzen.

Tahira scheint mit ihren Geschäften voll und ganz beschäftigt zu sein. Ich würde sie gerne wiedersehen, doch haben mir meine eigenen Aktivitäten dies nicht erlaubt.
In der Tat bin ich die letzten Wochen und Monate überwiegend im Untergrund der Stadt gewesen. Nachdem Schattenfuchs verschwunden ist (oder verschwunden wurde?) - und selbst die Goldelfe, die mich prüfen wollte, nie wieder aufkreuzte und die Reise somit im Nichts verpuffte, habe ich mein Schicksal nun selber in die Hand genommen.

Ich habe mich der Kirche der Nacht angeschlossen und lerne langsam die Welt der Schatten kennen. Es ist eine faszinierende Welt und die Schatten... sie sind wie flüchtige Liebhaber, die doch immer wachsam um einen sind, nur eine handbreit von dir entfernt. Das Gefühl, mit den Schatten zu verschmelzen ist unbeschreiblich, einerseits erregend und geborgen, andererseits erstarrt deine Seele zu Eis, als ob alle positiven Gefühle ausgemerzt werden und nur noch Platz für Verzweiflung und das Gefühl des Verlustes ist. Kann man sich an einem Ort heimisch und geborgen fühlen und wissen, dass das Sterbliche Dasein und der eigene Körper doch ein Fremdkörper sind?

Mir wurde alles genommen, was mir je lieb und teuer war. Das Gefühl, dass selbst mein Körper zum Nichts verblasst und ich in den Schatten aufgehe ist eine Steigerung und egal wie schrecklich es sich anhört... ich glaube, es ist mein Schicksal und meine Bestimmung. Die Möglichkeiten, die sich ergeben, sind unbeschreiblich. Die Welt, wie wir sie kennen, ist in den Schatten eine ganz andere. Man kann Dinge tun, die ich vorher nie für möglich erachtet hätte. Gerade in der Unterwelt, wo die Dunkelheit vorherrscht... Ich hätte so viele Gegner heraus umbringen können... Die Schatten sind überall, man kann sich nicht vor ihnen schützen. Aber ich will es gar nicht, ich will Teil von ihnen sein, werden wie sie...

Es ist unglaublich schmerzhaft. Es fühlt sich an, als würde ich mein Fleisch abstreifen und mein wahres Ich sich befreien. Die Zeit dort drüben ist auch eine andere. Zeit ist bedeutungslos geworden, aber ich merke, immer wenn ich mich dem Hier und Jetzt widme, der Welt im Licht, dass viel Zeit vergangen ist. Dass Bekanntschaften, die ich geschlossen habe, sich aufgelöst haben, weil die Bekannten verschwunden oder weiter gezogen sind.

Vielleicht habe ich aus dem Gefühl heraus auch Tir'nesis einen Waffenstillstand und Zusammenarbeit angeboten. Vielleicht kann daraus noch irgendein Vorteil erwachsen, man wird sehen.

Komischerweise denke ich oft an Till, auch wenn es Frevel war, dass er mich ohne meine Erlaubnis geküsst hat. Er ist einer der wenigen, die geblieben sind. Selbst Ael'lon scheint verschwunden.
Ich erinnere mich an meine Neugier damals und ich weiß, sie ist noch immer tief in mir... die Neugier, die Welt kennenzulernen außerhalb des Unterreiches. Und ich denke, nur wenn man beide Seiten einer Medallie kennt, kann man die Medaille als Ganzes begreifen.

Ich weiß noch immer so wenig über die Oberwelt und da ich nun immer mehr in die Schatten eintauche, fehlt es mir an Wissen. Ich sollte diese Neugier nicht haben, ich weiß, ich sollte einfach alles vergessen, was hinter mir liegt, aber es ist genau dieses Paradoxon, was mich weiter umtreibt, mich anspornt und vielleicht treffe ich diesen Till sogar wieder.
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